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Kinder sucht-/psychisch erkrankter Eltern

Kinder erkennen und Hilfen verbessern

In Deutschland wachsen Studien zufolge etwa drei bis vier Millionen Kinder mit einem (zeitweise) sucht-/psychisch erkrankten Elternteil auf - dies entspricht jedem vierten jungen Menschen. 

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    Viele betroffene Kinder leiden still

    Die Suchterkrankung bzw. psychische Erkrankung eines Elternteils stellt einen erheblichen Risikofaktor für ein gesundes Aufwachsen dieser Kinder dar. Sie fühlen sich (mit-) verantwortlich für die Probleme ihrer Eltern und leiden unter Überforderung und Desorientierung, da sie ohne Unterstützung von außen die Probleme der Eltern nicht einordnen oder verstehen können. Die hohe familiäre und gesellschaftliche Tabuisierung des Themas kann dazu führen, dass Kinder in Kita, Schule, Freizeit, sozialem Umfeld und in der Familie isolieren und vereinsamen. Häufig übernehmen die Kinder die Rolle der Eltern und tragen die Verantwortung für Haushalt, Geschwister und erkrankten Elternteil.  

     

    Die Folgen für Kinder können beträchtlich sein

    Das Lebenszeitrisiko, selbst eine Suchterkrankung oder psychische Erkrankung zu entwickeln, ist bei den betroffenen Kindern im Vergleich zu Kindern gesunder Eltern mit bis zu 77 % deutlich erhöht. Betroffene Kinder unterliegen einem stark erhöhten Risiko, Opfer einer körperlichen, sexuellen oder psychischen Misshandlung zu werden. Schlechtere Schulleistungen und Bildungsabbrüche können weitere Folgen sein. Suchterkrankungen und psychischen Erkrankungen sind häufig eng verknüpft mit Armutserfahrungen, schlechter Bildung und geringer gesellschaftlicher Teilhabe, was die Komplexität der gesellschaftlichen Herausforderung deutlich erhöht.

     

    Präventionsangebote und Hilfen müssen früh greifen

    Psychische Erkrankungen der Eltern können, müssen sich aber nicht zwingend auf das kindliche Befinden und die Entwicklung auswirken. Die Gefährdung der Kinder hängt entscheidend von der Schwere, Dauer und Art der psychischen Erkrankung, den Resilienzfaktoren und Bewältigungsstrategien sowie den unterschiedlichen Bedingungen im weiteren Umfeld des Kindes ab. Entscheidend ist, dass die Kinder früh gesehen werden und entsprechend ihrer individuellen Situation angemessene Unterstützung erfahren. 

     

    Drei Dinge, die neben der gesellschaftlichen Akzeptanz psychischer Erkrankungen benötigt werden:

    • Kenntnisse zur Situation der Kinder und den Auswirkungen auf ihre Entwicklung bei allen relevanten Akteuren im Regel- und Hilfesystem
    • Über Politik und Verwaltung langfristig getragene und finanzierte integrierte kommunale Versorgungssysteme und Hilfsangebote 
    • Eine professionelle Interessenvertretung auf Landes- und Bundesebene

    Unser Angebot

     

    Die Auridis Stiftung unterstützt im Themenfeld „Kinder sucht-/psychisch erkrankter Eltern“ insbesondere Partner, die einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der folgenden Wirkungsziele leisten:

     

    • Direkte Bezugspersonen von Kindern sowie relevante Fachkräfte sind für das Thema sensibilisiert und qualifiziert.
    • Betroffene Kinder teilen sich mit und werden erkannt.
    • Betroffene Kinder und Familien werden zu den richtigen Ansprechpartnern gelotst.
    • Betroffene Kinder und Familienangehörige erfahren passgenaue und interdisziplinär abgestimmte Unterstützung.
    • Hilfsangebote für Kinder und deren Familien existieren flächendeckend und sind dauerhaft regelfinanziert.
    • Das bundesweit vorliegende Know-how zum Themenbereich Kis/peE liegt gesammelt vor und ist für Interessierte gebündelt zugänglich.
    • Das Thema wird an relevanten Stellen auf Bundes- und Länderbene vertreten.

    Ihre Ansprechpartnerin in der Stiftung

    Kristina Bohnstedt

    Kristina Bohnstedt

    Projektmanagerin und Prokuristin
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